Anton Wildgans
Slogan
Akkord
Aufblick
Blick von oben
Das Lächeln
Dienstboten
Dieses Haus wird demoliert
Einem jungen Richter zur Beeidigung
Freunde
Glück des Alleinseins
Ich bin ein Kind der Stadt
Im Anschaun meines Kindes
Kammermusik
Letzte Erkenntnis
Lied des Schmarotzers
Sankt Othmar
Sonette an Ead
Stimme im Traume des Künstlers
Tiefer Blick
Triptychon der Liebe
Vom kleinen Alltag
Wiedersehen mit Gott
Zueignung an die geliebte Landschaft

Kammermusik

Ein Wintersonntag, traute Abendneige,

Da kommen Freunde zur Musik ins Haus.

Schon packen sie die Instrumente aus,

Ich höre heut’ nur zu und träum’ und schweige.

 

Ans Fenster pocht gefrorenes Gezweige,

Im Ofen summt gedämpftes Sturmgebraus.

Nun wählen sie ein Stück von Mozart aus,

Mein Ältrer spielt statt mir die erste Geige.

 

Wie er die Geige nimmt, die Geige hält!

Seh’ ich mich selbst im Traum? Sind diese herben

Und klaren Töne nur von ihm beseelt?

 

Fühlt dies ein Kind? Kann man sich so vererben?

Da weiß ich tief: Musik bleibt in der Welt,

Musik aus meinem Blut! Und ruhig darf ich sterben.